Bochum 2005-06-27 Schriftliche Anfrage der Sozialen Liste im Rat zur Belastung durch Schwermetalle in Stahlhausen / Erweiterte Gesundheitsuntersuchung der Einschulkinder Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin! Die Stellungnahmen von Dipl.-Ing. Horst Lechterbeck und Dr. Wolfgang Volkhausen von der Firma ThyssenKrupp Nirosta vom 16. 6. 2005 im Rathaus stehen, z. T., im Gegensatz zu den Aussagen des Gutachtens von Prof. Dr. Ulrich Ewers vom Institut für Umwelthygiene und Umweltmedizin vom März 2005. Während sich die Beauftragen von TKS durch ihre Aussagen in allen Punkten weitgehend entlastet sehen, schreibt Prof. Dr. Ewers in seinem Gutachten, dass "davon auszugehen ist", dass die Messergebnisse in der Station Grundschule An der Maarbrücke 75 "stark durch Staubimmissionen aus dem Bereich des ThyssenKrupp-Edelstahlwerkes überlagert wird. Sowohl 2003 als auch 2004 wurde die zulässige Anzahl von 35 Überschreitungstagen des Tagesmittelwertes 50 µg/m3 in Stahlhausen überschritten. 2003 wurde dieser Grenzwert an 42 Tagen und 2004 an 45 Tagen überschritten. Die zuständigen Landes- und städtischen Behörden gehen von der Annahme aus, dass 5000 Personen in Stahlhausen betroffen und möglicherweise gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgesetzt sind. Klarheit in die unterschiedlichen Aussagen und den tatsächlichen Gefährdungsgrad könnte die angekündigte "erweiterte Gesundheitsuntersuchung der Einschulkinder" in Stahlhausen bringen. Neben Haut- und Allergietests sollen auch die Konzentration von Substanzen wie Nickel und Chrom im Urin bestimmt werden. Für diese Schwermetalle hatte die Messstation "An der Maarbrücke" eine erhöhte Luftkonzentration ermittelt. Alle 320 Eltern der einzuschulenden Kinder wurden Ende März von der Stadt angeschrieben, damit ihre Kinder an der "umweltmedizinischen Untersuchung" im Mai und Juni teilnehmen. Am 26. April erfolgte jedoch die Absage und die Mitteilung, dass der Untersuchungstermin auf den Monat Oktober 2005 verschoben ist. |