Presseerklärung des AStA der Ruhr-Universität Bochum

17.05.02
„Zeichen stehen auf Sturm“

Proteste gegen Studiengebühren in NRW treten in ein
neues Stadium ein

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- Mit der Universität Bielefeld hat am Donnerstag die
erste Uni-Vollversammlung einen befristeten Streik
beschlossen

- Bochum: 3000 Unterschriften gegen Studiengebühren
innerhalb von drei Tagen

- Weitere Info- und Protestveranstaltungen auch in
Bochum geplant. Bochumer Uni-Vollversammlung am 04.
Juni
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Die Lage an den Universitäten in Nordrhein-Westfalen
spitzt sich weiter zu. Während die Studierenden in
Bielefeld als erste am Donnerstag einen befristeten
Streik beschlossen haben, sind auch in Bochum die
Studiengebühren-Pläne der NRW-Landesregierung Thema
Nummer 1.

„In Bochum stehen die Zeichen auf Sturm“, sagt der AStA-
Vorsitzende Rolf van Raden. „Das machen nicht nur die
3000 Unterschriften deutlich, die wir innerhalb von drei
Tagen sammeln konnten. Einige Fachschaften bereiten
schon Vollversammlungen für ihre Fachbereiche vor, über
universitätsweite Aktionen werden wir auf der Uni-
Vollversammlung am 04. Juni entscheiden“, so van Raden
weiter.


>>> „Fatale Auswirkungen“

„Studiengebühren, egal in welcher Form, haben fatale
Auswirkungen“, sagt auch Dominik Ruppenthal, Sprecher
der FachschaftsvertreterInnenkonferenz. „Mit Gebühren ab
dem ersten Semester schreckt die Landesregierung
gerade Jugendliche aus ärmeren Familien noch stärker
davon ab, ein Studium zu beginnen.
Langzeitstudiengebühren produzieren
StudienabbrecherInnen und sind mit einem freien,
selbstbestimmten Studium unvereinbar. Dabei ist Bildung
ein Grundrecht und darf keine Ware sein.“

Bis zur Vollversammlung wird der AStA mit
Veranstaltungen, Infoständen und Aktionen weiter über
die Pläne und die verheerenden Auswirkungen informieren.
„Wir werden uns mit allen zur Verfügung stehenden Mitten
gegen jede Art von Studiengebühren wehren“, kündigt die
Referentin für Hochschul- und Bildungspolitik Britta
Schneider an. „Jetzt liegt es an rot-grün zu
entscheiden, ob sie sich einen solchen Großkonflikt an
den Hochschulen in NRW leisten können.“

>>> Demonstration in Düsseldorf

Der AStA der Universität Bochum ist auch an der
Organisation der NRW-weiten Großdemonstration in
Düsseldorf am 8. Juni beteiligt. Unter dem Motto „Wer
jetzt nicht handelt, wird verkauft“ ruft die Bochumer
Studierendenvertretung gemeinsam mit anderen ASten und
Verbänden dazu auf, den Protest gegen Studiengebühren
auf die Straße und vor den Landtag zu tragen.


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Bisher geplante Aktionen/Veranstaltungen im Überblick:

29.05.02, 14:00:
„Gefahr Studiengebühren“
Über die Folgen der Pläne der NRW-Landesregierung,
Vortrag und Diskussion mit Olaf Bartz, Aktionsbündnis
gegen Studiengebühren (14.00 im AZ neben dem
Kulturcafé des AStA)

03.06.02, 14:00:
„GATS – Privatisierung von Bildung, Wasser und
Gesundheit“ Was haben Studiengebühren mit dem 'General
Agreement on Trade and Services' zu tun?
Vortrag und Diskussion mit Mona Beumers, AStA-
Referentin für Friedenspolitik und Internationales
(14.00 im AZ neben dem Kulturcafé des AStA)

04.06.02, 14:15:
Uni-Vollversammlung in der großen Mensa

08.06.02, 13:30:
NRW-weite Demonstration in Düsseldorf unter dem Motto
„Wer jetzt nicht handelt, wird verkauft“