Veranstaltungen der Junge Linke / JungdemokratInnen Bochum im November
und Dezember 2000 Sonntag, 12. November, 19.30 Uhr Tanz den Adolf Hitler - Infoveranstaltung zu rechter Subkultur Referent des Antifa kok, Düsseldorf Bahnhof Langendreer Im Zuge der Debatten über Rechtsextremismus in Deutschland hat auch das Thema rechte Alltagskultur Aufmerksamkeit gefunden. Gerade im Zusammenhang mit „national befreiten Zonen" wird immer wieder auch auf die Bedeutung der rechtsextremen Musikszene verwiesen. Bei dieser Veranstaltung geht es daher darum, die Bedeutung von „Subkultur" in der rechtsextremen Szene aufzuzeigen und über die vorhandenen Strukturen, Stile und Inhalte aufzuklären. Nicht zuletzt soll auch über Gegenstrategien jenseits von staatlicher Zensur und Verboten diskutiert werden. Achtung: Verlegt und verschoben: Sonntag, 3. Dezember, 19.00 Uhr Punk! Die Schublade ohne Grund und Boden Referent Lars Hillebrandt, Bielefeld im neuen az bochum, Vierhausstr. Nähe Hernerstr. Punk: Eine Wissenschaft für sich, aber wer hier bei dieser Veranstaltung hieb- und stichfeste Analysen und übersichtliche Kategorien zur einfachen Informationsgewinnung über diese wahrlich komplexe Subkultur (oder gar Kultur?) erwartet, wird sich schwer tun. Diese Veranstaltung soll eher die immense Schwierigkeit demonstrieren, Punk über nur einen Kamm scheren zu wollen. Das Ziel dieser Verantstaltung ist die Verwirrung; Erkenntnisnotstand sozusagen.Wann beginnt Punk (nicht im historischen Sinne!)? Warum kann Punk ein bestimmtes Gefühl im Bauch oder ein bestimmter Ton auf der Gitarre sein, die Toten Hosen aber nicht? Warum kann man Punk sein oder erleben, ohne es zu wissen? Mit solchen anscheinend abstrusen Fragen der gefährlichen Subkultur auf die Schliche kommen. Natürlich gibt es nicht nur vage Theorien und Behauptungen, sondern auch Fakten aus Punk/HardCore-Kultur. Sonntag, 17. Dezember, 18.00 Uhr Mainstream der Minderheiten. Warum Kurt Cobain sterben mußte. Referent Daniel Loick, Frankfurt Bahnhof Langendreer Die 1990er Jahre haben eine unglaubliche Pluralisierung kultureller Ausdrucksformen, Lifestyles, Moden und Trends hervorgebracht. Die Bewertung dieses "Mainstream der Minderheiten" sollte ambivalent ausfallen: Weder sollte man in Jubel ausbrechen, wenn die Zigarettenmarke Gauloises mit dem Slogan "liberté, toujours" für eine durchaus emanzipatorische Forderung eintritt oder Teenager Che Guevara-T-Shirts tragen, noch sollte man den Zugewinn an Toleranz und die Liberalisierung allzu gering schätzen. Unter Betrachtung der kulturindustriellen Entwicklungen der letzten Jahre anhand der Musikindustrie will diese Veranstaltung die Erkenntnis starkmachen, dass der kulturelle Sektor repolitisiert werden muss, dass neue Eingriffspunkte gesellschaftskritischer Intervention in der Kultur gefunden werden können. Warum sich Kurt Cobain das Leben nehmen musste, auch diese Frage wird endgültig geklärt werden. |