Industriegewerkschaft
Bauen-Agrar-Umwelt
Bezirksverband Bochum-Dortmund
Pressemitteilung
IG BAU: "Sauberkeit hat ihren Preis - 10 Euro pro Stunde" / "Aktion
Wischmopp"
Putzkolonnen aus Bochum ziehen auf die Straße
Mit Staubwedel und Wischmopp unterwegs: Putzkolonnen aus Bochum ziehen am kommenden Donnerstag nicht durch Unternehmen,
Schulen und Krankenhäuser, sondern auf die Straße. "Vom Fensterputzer bis zur Parkettreinigerin
werden die Beschäftigten der heimischen Reinigungsbranche für fairen Lohn und ordentliche Arbeitsbedingungen
demonstrieren", sagte Arno Haas vom Bezirksverband Bochum-Dortmund der IG Bauen-Agrar-Umwelt. Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft
will damit auf die Situation in der Branche aufmerksam machen. Der Aktionstag steht unter dem Motto: "Zehn
Euro pro Stunde für Gebäudereiniger. - Denn Sauberkeit hat ihren Preis." Reinigungskräfte werden
in der Bochumer Innenstadt um 10.00 Uhr auf der Kortumstraße demonstrieren.
Abstauben, wischen, saugen... - und alles im Mega-Akkord: "Der Druck auf Putzfrauen wächst. Die Situation
in vielen Betrieben spitzt sich zu: Reinigungskräfte müssen in der gleichen Zeit immer größere
Flächen putzen", sagte IG BAU-Bezirksgeschäftsführer Arno Haas. Der Trend sei, dass immer mehr
Unternehmen der Branche ihre Kosten um jeden Preis senken wollten, um sich am Markt zu behaupten. Dies führe
zu "unsauberen Geschäftspraktiken" im Reinigungsgewerbe: "Lohndumping, illegale Beschäftigung
und extrem rücksichtslose Methoden, mit denen Arbeitgeber ihren Beschäftigten katastrophale Arbeitsbedingungen
aufzwingen, sind an der Tagesordnung", berichtet Haas. Deshalb starte die IG BAU den Aktionstag. Außer
in Bochum werde es bundesweit Dutzende von Demonstrationsorten geben.
"Den einzigen Schutz gegen üble Machenschaften im Gebäudereinigerhandwerk bieten
einzig und allein die Flächentarife - mit festen Löhnen, Arbeits- und Urlaubszeiten", sagte Arno
Haas. Doch die derzeitigen Tarifvereinbarungen gelten nach Angaben der IG BAU nur noch bis zum Ende des Jahres.
"Danach drohen sie aufzuweichen", befürchtet der Bezirksgeschäftsführer. Deshalb dränge
die Gewerkschaft auf neue Verhandlungen mit den Arbeitgebern. Ziel dabei sei ein Stundenlohn von 10 Euro für
das Gebäudereinigerhandwerk.
Die IG BAU hat dabei auch den europäischen Markt fest im Blick. "Schließlich bestimmen ausländische
Anbieter den Preis fürs Saubermachen bei uns mit", sagte Haas. Deshalb habe sich die IG BAU mit ihren
europäischen Schwestergewerkschaften abgestimmt. Die Forderung laute daher: "10 Euro die Stunde in ganz
Europa". Arno Haas: "Wir werden damit - ganz untypisch für die Reinigungsbranche - eine Menge Staub
aufwirbeln..."
Mit dem Aktionstag will die Gewerkschaft auch unorganisierte Beschäftigte der Gebäudereiniger-Branche
erreichen. "Sie sollen ermuntert werden, sich gegen schlechte Arbeitsbedingungen zur Wehr zu setzen und mit
Betriebsräten und Gewerkschaft zusammenzuarbeiten", so Haas. Im Kampf um Arbeitnehmerrechte und beim
Aushandeln fairer Tariflöhne sei die Gewerkschaft unentbehrlich. Zudem biete die IG BAU als Gebäudereiniger-Gewerkschaft
ihren Mitgliedern einen umfangreichen Service. "Vielen Beschäftigten ist beispielsweise der Rechtsschutz
zum Null-Tarif besonders wichtig", sagte der IG BAU-Bezirksgeschäftsführer.
|