Der AK Bochum blockt Brokdorf lädt am Dienstag, den 7. Juni um 20.00 Uhr im Sozialen Zentrum zu einer Mobilisierungsveranstaltung für die ab Pfingsten geplante Blockade des Atomkraftwerks Brokdorf (bei Hamburg) ein. In der Ankündigung heißt es: »Stilllegung selber machen – sofort und alle! Mitte Juni nehmen wir den Atomausstieg selbst in die Hand: Massenhaft werden wir das AKW Brokdorf blockieren. Wir glauben nicht an die Unterscheidung von “alten†und “neuenâ€, von “unsicheren†und “sicheren†AKWs. Unser gemeinsames Ziel ist die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke. Mit einer Blockade im Juni können wir in Brokdorf Revisionsarbeiten behindern, die für den Weiterbetrieb des Kraftwerks notwendig sind. mehr…
Redebeitrag von Andreas Meyer-Lauber, DGB NRW, auf der regionalen Anti-Atom-Demonstration in Essen (Kennedy-Platz) am 28.5.2011
vor zwei Monaten hat das Erdbeben in Japan eine noch schreckliche Katastrophe folgen lassen, die Atomkatastrophe von Fukushima.
Seit Anfang der Woche wissen wir, dass es bereits in den ersten Tagen in zwei Reaktoren zur Kernschmelze gekommen ist. Der Betreiber Tepco hat einmal mehr die alte Weisheit bestätigt, dass bei den Katastrophen, die von Menschen gemacht werden, als erstes die Wahrheit stirbt. Die betroffenen Menschen in Japan erleben ein großes Unglück, viele von ihnen bezahlen es mit dem Tod oder der Vertreibung von ihrem Wohnort, und wie zum Hohn werden sie auch noch über die wirkliche Lage getäuscht und belogen. mehr…
Vortrag von Wilfried Korngiebel bei der Mahnwache Fukuschima ist überall am 30. 5. 2011 in Bochum
Während in den Atomanlagen von Fukushima die Kernschmelzen noch längst nicht unter Kontrolle sind und die gesamte Region dort auf unabsehbare Zeit verstrahlt ist, bemühen sich hierzulande die großen Energiekonzerne und die führenden Politiker, den Super-GAU schnellstmöglich im öffentlichen Bewusstsein zu „normalisieren“. Sie arbeiten dabei mit verschiedenen semantischen Tricks, um einen Meinungsumschwung in der Bevölkerung bzw. ein Vergessen der tagtäglichen Gefahren zu bewirken. So versuchen sie, Atomrisiken zu relativieren und andere, unvergleichbar geringere Risiken künstlich hochzuspielen. mehr…
Mehr als 5.000 TeilnehmerInnen haben am Samstag in Essen für den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie demonstriert. Mittlerweile sind die Reden von Andreas Meyer-Lauber, Claudia Baitinger, und Eckhard Stratmann-Mertens bei Youtube eingestellt. Dies hatte die Redaktion von bo-alternativ.de nicht geahnt und Eckhard Stratmann Mertens gebeten, seine frei gehaltene Rede schriftlich zu rekonstruieren. Dies hat er freundlicher Weise gemacht. Hierin erläutert er, wie ein Atomausstieg praktisch laufen kann und dass die Stadtwerke eine Verantwortung für den Ausstieg haben. Bisher sind sie Komplizen der Atomwirtschaft. Die Rede in Schriftform.
Alles deutet daraufhin, dass die schwarz-gelbe Regierungsmehrheit ihre Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke zurück nehmen will. Ein Atomausstieg in zehn Jahre wird nun angekündigt. Das ist im Ergebnis in etwa das gleiche, was Schröder und Trittin schon im Jahr 2000 mit den AKW-BetreiberInnen ausgehandelt hatten. (Siehe Tabelle) Die Anti-AKW-Bewegung hatte schon damals erklärt, dass dies kein Ausstieg sondern eine Bestandsgarantie für die Atomenergie ist. Es gilt also weiterhin: Atomausstieg ist Handarbeit und nur außerparlamentarisch durchsetzbar. Am Montag findet um 18.00 Uhr gegenüber vom Hauptbahnhof die nächste Mahnwache für den Sofortausstieg statt.
Das Programm der Demo am heutigen Samstag in Essen sieht folgendermaßen aus:
Kennedyplatz
11.00 Uhr: Sammeln und Musik mit DJ Clash 12.00 Uhr: Auftaktkundgebung
Andreas Meyer-Lauber (Vorsitzender DGB NRW)
Freiheitsgefühl (Hip Hop)
Claudia Baitinger (BUND NRW)
Freiheitsgefühl (Hip Hop)
Eckhard Stratmann-Mertens (Attac)
Ruhrpott Revue
Atemgold 09
13.00 Uhr: Demo durch die Essener Innenstadt
mit einer fahrbaren Bühne u. a. mit MEK
15.00 Uhr: Abschlusskundgebung am RWE Tower
Mischa Aschmoneit (Block Brokdorf)
Redebeitrag mit Blockadetraining
Kurzbeiträge:
Ricarda (Schulstreik gegen Atomkraft Dortmund)
und Fabian (Initiative „Unser Hamburg – unser Netz“)
Das Anti-Atom-Plenum Bochum ruft für die Anreise am Samstag zur Demo „Atomkraft – Schluss“ in Essen dazu auf Fahrgemeinschaften mit Semesterticket, Ticket 2000, Bärenticket zu bilden und am Samstag alle Menschen mit Anti-Atom Button darauf anzusprechen. „Wir gehen davon aus, dass hunderte Menschen mit so einem Ticket unterwegs sind, die noch eine zweite Person mitnehmen dürfen. Natürlich sollen auch alle anderen Menschen einen Anti Atom Button tragen, mit denen kann mensch sich nämlich dann absprechen und Gruppentickets kaufen.“ Nahverkehrszüge fahren am Samstag ab Bochum Hauptbahnhof in Richtung Essen um 10:25 Uhr, 10:42 Uhr, 10:56 Uhr, 11:14 Uhr, 11:19 Uhr, 11:25 Uhr, 11:42 Uhr. Vom Essen Hauptbahnhof zum Kennedyplatz sind es etwa 800 Meter Fußweg. Der Weg ist ausgeschildert.
Der japanische Atomkraftbetreiber Tepco hat mitgeteilt, dass es sehr wahrscheinlich nicht nur im Reaktor Fukushima-1 sondern auch in zwei weiteren Reaktoren eine Kernschmelze gegeben hat. Die Tagesschau meldet außerdem, dass die Lagerkapazitäten zum Auffangen des beim Kühlen radioaktiv verseuchten Wassers nicht mehr ausreichen. Damit ist das Schweigen der Medien über die Situation in Japan nicht länger durchzuhalten. Die Hoffnung der etablierten Parteien durch Abwarten wieder zum Bestandsschutz der Atomkraftwerke zurückkehren zu können, wie ihn die rot-grüne Bundesregierung ausgehandelt hatte, dürfte sich nicht erfüllen. Das Bochumer Anti-Atom-Plenum hofft, dass nun vielen Menschen klar wird, dass der Atomausstieg „Handarbeit“ ist. Nur wenn sich der Widerstand gegen die Atomenergie nicht einlullen lässt, werden CDSUSPDGRÜNEFDP auf die Forderung zum Sofortausstieg hören. Für die überregionale Demo am kommenden Samstag um 12.00 Uhr auf dem Kennedyplatz in Essen gibt es Plakate und Flyer: im Bahnhof Langendreer, im Sozialen Zentrum, im AStA der Ruhr Uni und an Shirley’s Kaffeestand auf den Wochenmärkten am Rathaus und am Bahnhof.
„Von den 17 deutschen Atomkraftwerken sind nur noch sechs am Netz.“ Mit dieser guten Nachricht des Tages begrüßte Horst Hohmeier vom Bochumer Anti-Atom-Plenum die TeilnehmerInnen der heutigen Montagsmahnwache. Vor nicht allzu langer Zeit hätten Menschen, die für ExpertInnen auf dem Gebiet der Energieversorgung gehalten wurden, behauptet, dass die Stromversorgung zusammen bräche, wenn so viel Atomstrom fehle. Wilfried Korngiebel (Foto) von der Diskurswerkstatt erinnerte daran, wie viele Jahrtausende es dauern wird, bis der heute produzierte Atommüll seine Radioaktivität weitgehend verliert. Die Rede im Wortlaut.
Rede von Wilfried Korngiebel an 9. 5.2011 bei der Anti-AKW Mahnwache in Bochum
Wir hören in den letzten Tagen von den Vertretern der großen Industrie immer wieder das Argument, ein Ausstieg, insbesondere ein schneller Ausstieg aus der Atomenergie bzw. der Weg zu erneuerbaren Energien sei zu teuer, sei nicht finanzierbar. RWE-Chef Jürgen Großmann hält Atomtechnologie für vertretbar und will an ihr festhalten. EON-Chef Johannes Teyssen bezeichnet sie als „Brückentechnologie“, ohne uns zu sagen, wie weit diese Brücke spannen und wohin sie tragen soll. Das „Brücken“-Argument ist ein Schein-Argument, das lediglich ablenken soll. Doch ein Herr Teyssen hat Tacheles geredet, indem er die Rede auf den Punkt brachte, um den es wirklich geht, die Kapitalgewinne: mehr…
Mitte Juni will die Bundesregierung mitteilen, wie die „Energiewende“ aussehen soll. Die Atomlobby reorganisiert sich, die Bundesregierung ringt um einen Kurs in der Atompolitik. Die nächsten Wochen entscheiden über die Zukunft der Atomenergie in der Bundesrepublik. Und der Protest spielt dabei die zentrale Rolle. Das Anti-Atom-Plenum ruft alle Menschen, „die einen sofortigen Atomausstieg wollen auf, sich nicht einschläfern zu lassen. Regierung und Atomlobby spielen auf Zeit. Mit wirren Kostendrohungen, versuchen sie die Anti-Atom-Stimmung zu kippen und so viel wie möglich Profit aus den bestehenden Atomkraftwerken zu schlagen. Unser Protest und Widerstand gegen die Atomenergie darf nicht nachlassen. Deshalb rufen wir für die nächsten Montage um 18.00 Uhr zur Mahnwache vor dem Hauptbahnhof und am Samstag, den 28. Mai zur Großdemonstration in Essen auf.“
In einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung will der Arbeitskreis Umweltschutz Bochum (AkU) am 11. Mai um 19.30 Uhr, im Umweltzentrum, Alsenstr. 27 praktische Hilfestellung und Hintergrundinformationen zum Thema Ökostromanbieter geben. In der Einladung heißt es: »Die Ereignisse von Fukushima haben binnen weniger Tage selbst die Befürworter der Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken in der CDU und sogar in der FDP eine 180-Grad-Kehrtwende machen lassen. Aber reicht es, wenn die Regierung – nach der Sicherheitsüberprüfung – eventuell die alten AkW´s abschaltet? Muss nicht jeder Einzelne Handeln. Eine wichtige und einfache Möglichkeit wäre der Wechsel zu einem Ökostromanbieter, aber zu welchem? Es gibt mittlerweile mehrere Hundert Ökostromanbieter bzw. Tarife, auch von den Stadtwerken Bochum. Nach welchen Kriterien sind diese zu beurteilen? Und ist „umweltkorrekter“ Ökostrom teurer als Normalstrom? Und was hat das Alles mit dem Klimawandel zu tun – wenn es ihn denn überhaupt gibt?«
Heute Abend findet von 18.00 – 18.30 Uhr erneut eine Anti-Atom-Mahnwache gegenüber vom Hauptbahnhof am Ende der Huestraße statt. Diese Mahnwachen sollen den ganzen Mai über an jedem Montag an mehreren hundert Orten weiterlaufen und demonstrieren, dass auch am Ende des merkelschen Atommoratorium nicht die Frage stehen darf, ob Atommeiler wieder ans Netz gehen, sondern nur, wie schnell die nächsten AKW abgeschaltet werden. Am 28. finden dann an 20 Orten Großdemonstrationen statt, die den sofortigen Atom-Ausstieg fordern. Eine der Kundgebungen findet in Essen statt. Zur Vorbereitungen hierfür trifft sich das Anti-Atom-Plenum am morgigen Dienstag, um 19.00 Uhr im Bahnhof Langendreer.