Ruhr-Nachrichten Bochum vom 30.11.00

Projekte gegen Rechts - vom Kalender bis zum Deutschkurs


(hm) - Es gibt bereits viele Projekte gegen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit in der Stadt. Man muss sie nur vernetzen.

Das ist das erste Fazit des Gesprächskreises, zu dem der Oberbürgermeister Initiativen, politische Gruppen, Kirchen und Verbände eingeladen hatte. Zwei Stunden stellten die Teilnehmer im Rathaus ihr Engagement vor und formulierten ihre nächsten Ziele. Die reichen von Kalendern über Schüleraustausch bis zu Deutschkursen.

Der Ausländerbeirat regte ein Antidiskriminierungsbüro an. Das solle zwar in der Nähe des Rathauses liegen, aber von amtlichen Stellen unabhängig sein.

Kernpunkt des ersten Treffens und auch seiner Nachfolger wird aber wohl die Verteilung jener 393 242 Mark sein, die Bochum zur Bekämpfung rechter Gewalt vom Land zugewiesen bekommt. Eine Kommission aus Ratsparteien, Stadtsportbund, Stadtjugendring, den Kirchen und der jüdischen Gemeinde wird über die endgültige Vergabe entscheiden.

"Es solle keine einmalige Aktion sein, sondern etwas mit anhaltender Wirkung", formulierte Stüber. Was dies sein könne, überließ er den Gästen. Aus deren Reihen kam die Anregung die "Wehrmachtsausstellung" nach Bochum zu holen.

Der Hauptausschuss hatte das Treffen auf seiner Sitzung im August beschlossen. Doch bereits die Einladungsliste führte im Vorfeld zu Ärger. So monierte der Ex-Grüne Martin Budich in einem offenen Brief, dass etliche Gruppen nicht eingeladen wurden, obwohl sie seit Jahren auf diesem Gebiet arbeiten würden.

Stüber versuchte das bereits in seiner Eingangsrede gerade zu rücken. Man habe zunächst die eingeladen, die man kenne. Dann seien aufgrund erster Beschwerden sogar noch einige nachgeladen worden. Er freue sich auch über jene, die aufgrund der Medienberichte gekommen seien. Allerdings betonte der OB auch, dass dieses Treffen keine Bürgervollversammlung sein könne.

Bis Januar sollen die Gruppen jetzt ihre Vorschläge einreichen. Danach will man sich erneut treffen und diskutieren. Schließlich solle das Geld ja sinnvoll und eben nachhaltig eingesetzt werden, im Bochumer Bündnis gegen Rechts.

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