Liebe Attacies und Interessierte,

 

Menschen, die in Deutschland unter „Asyl“ leben, werden immer noch auf unterschiedlichste Weise diskriminiert und oft als ‚Schmarotzer’ abgetan, die nicht arbeiten und den deutschen Staat ausbeuten wollen. Da dies ein weit verbreitetes Vorurteil ist – „Asylbewerber“ dürfen lt. Gesetz gar nicht arbeiten, „anerkannte“ Asylanten bekommen auf Grund ihrer Herkunft oft keinen Job – wollen wir etwas für das Ansehen und die Rechte dieser Menschen tun.

 

„Asylanten“ aus den unterschiedlichsten Ländern dieser Welt leben nicht selten oft auf wenigen Quadratmetern dicht an dicht neben der Türe des anderen. Auf die Herkunft dieser Menschen achten die deutschen Behörden bei der Raumzuweisung nur bedingt, so dass Konflikte zwischen den verschiedenen Ethnien und Herkunftsländern nicht ausbleiben. Putzkräfte in diesen öffentlichen Einrichtungen gibt es fast nie. Es gibt in vielen Heimen nur eine Gemeinschaftsküche und sanitäre Anlagen sind in der Regel in einem so schlechten Zustand, dass mensch froh ist, wenn er wieder draußen ist. Bis auf gelegentliche Besuche eines/r Sozialarbeiters/in hilft diesen Menschen kaum jemand, so dass die Menschen mit ihren Problemen und ihren Fragen alleine gelassen werden. Eine „Integration“ in die Gesellschaft findet also de facto nicht statt. Nicht wenige der „anerkannten Asylanten“ leben schon seit mehreren Jahren in ihren Behausungen. Container und heruntergekommene Altbauten sind die bevorzugten Unterbringungsformen der Städte und Kommunen. Eine Aussicht auf eine eigene Wohnung wird diesen Menschen auf Grund ihres Aussehens und/oder ihrer Herkunft oft verwahrt. Das ist rassistisch und menschenverachtend!

 

Die Stadt Bochum macht bei diesen üblichen Praktiken leider keine Ausnahme. Daher will ATTAC zum Tag der Befreiung, am Mittwoch, den 8. Mai ein wenig auf diese Zustände aufmerksam machen: Wir werden das heuchlerische Transpi vom Bochumer Rathaus „Auch in Bochum: Fremde sind Freunde“ vor der Asylunterkunft in der Hönnebecke gegenüber dem Höntroper S-Bahnhof aufhängen und der Presse Fotos von den Zuständen im Innern des Hauses überreichen.

 

Die Asylunterkunft „In der Hönnebecke“ existiert schon seit etwa 10 Jahren. Viele der jetzigen Bewohner sind schon als Kinder in diese notdürftige Unterkunft gekommen. In dieser Zeit hat sich für die Bewohner kaum etwas zum Guten gewendet. Im Gegenteil: Die örtliche Diakoniestation in Höntrop hat ihre Arbeit eingestellt, Flüchtlingshilfen vor Ort findet man nicht. Vor knapp 3 Jahren, 1999, wurde die Einrichtung sogar Schauplatz eines Anschlages von rechtsgerichteten Jugendlichen.

 

Die Städte in der Bundesrepublik verwalten immer noch diese z.T. riesigen Wohnkomplexe, durch die die Städte und Kommunen eine Menge Geld verlieren. Deutsche Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger bekommen meist ohne größere Probleme eine Wohnung zur Verfügung gestellt – warum also nicht auch die „anerkannten“ Asylanten?

 

Attac fordert daher: Auflösung aller Asylbewerberheime – Unterbringung der Bewohner in private Wohnungen des sozialen Wohnungsbaus!

 

Hilfe muss konkret werden – für eine erfolgreiche Integration aller Mitbürger!

 

Solidarische Grüße,

 

Friedens- und Internationalismus-AG von Attac - Katharina Winkler, Jürgen Bargmann, Manfred Kappluk, Daniel Zoels