Mittwoch 28.07.10, 12:00 Uhr
Nach Dortmund hätte es keine Loveparade mehr geben dürfen!

Massenveranstaltungen überdenken 2


Die Soziale Liste im Rat weist darauf hin, „dass die Absage der Loveparade 2009 durch die Stadt Bochum von allen im Rat vertreten Parteien mitgetragen wurde. Lediglich der späte Zeitpunkt der Ansage wurde damals kritisiert.“ Weiter schreibt die Soziale Liste: »Ein wesentliches Argument für die Absage waren die Erfahrungen mit der Loveparade zuvor in Essen und vor allem in Dortmund. Bochums Stadträtin, Diane Jägers, wies mehrmals im Haupt- und Finanzausschuss auf die erheblichen Sicherheitsprobleme hin und informierte über zahlreiche zugespitzte und gefährliche Situationen.
Besonders in Dortmund in den Bereichen im und um den Bahnhof, auf dem An- und Abmarschweg und auf der Strecke der Loveparade auf der B1/A40 entwickelten sich immer wieder mehr als problematische Situationen. Vor allem in der Nacht nach der Parade kam es im Dortmunder Hauptbahnhof zu chaotischen Zwischenfällen. „Es grenzte an ein Wunder, das nicht mehr passiert sei“, hieß es im Haupt- und Finanzausschuss. „Eigentlich war nach diesem Bericht jedem klar, das in einem engen Innenbereich einer Ruhrgebietsstadt keine Loveparade mehr möglich sei, bzw. nicht mehr stattfinden dürfe“, so Günter Gleising, Sprecher der Sozialen Liste im Rat.
Die schreckliche Duisburger Katastrophe sollte, aus Sicht der Sozialen Liste im Rat, auch Anlass sein, um Massenveranstaltungen dieser Art insgesamt zu überdenken. Ein Klima in dem der Erfolg einer Veranstaltung (fast) nur noch in einer gesteigerten Teilnehmerzahl liegt („Die Million geknackt“), indem sich „Offizielle“ für die Verkündung derartiger Zahlen feiern lassen, muss beendet werden.
„Auch eine immer weitere Kommerzialisierung von Kultur und Freizeit, bei sinkenden und sich verteuernden öffentlichen Angeboten, muss drastisch begegnet werden“, fordert Günter Gleising für die Soziale Liste im Rat.«


2 Gedanken zu “Massenveranstaltungen überdenken

  • ubu

    „Ein Klima in dem der Erfolg einer Veranstaltung (fast) nur noch in einer gesteigerten Teilnehmerzahl liegt („Die Million geknackt”)“ –
    jau, und dann sollte auch über Bochum-total nachgedacht werden, das in seinen anfängen eine nette bochumer angelegenheit war, wohin ich gern ging – mittlerweile aber eine dimension erreicht hat, vor der ich lieber die flucht ergreife. doch wie lässt sich sowas wieder gesundschrumpfen ?
    mal ein jahr ausfallen lassen,dann nur lokale bands auftreten lassen, verabschieden von 1live sind mögliche wege …

  • Raika Budich

    Das Unglück in Duisburg und die Erklärungsversuche seitens der Veranstalter und der Stadt Duisburg hinterlassen bei mir ein negatives Bild. Dass die Stadt Bochum von vornherein NEIN zur Veranstaltung gesagt hat, ist eine sehr kluge und vorrausschauende Entscheidung gewesen.Wenn man sich den Ursprung dieser ,,Massenveranstaltung“ anschaut, findet man zur heutigen Loveparade keinen Bezug mehr. Ohne Rücksicht auf ein vernünftiges Sicherheitssystem wollte man Geld machen und nun bekam man eben die Quittung!
    Trotzdem bin ich der Ansicht, man sollte die Loveparade stattfinden lassen.Das Motto allerdings sollte jenes sein, das zur Entstehung der Loveparade damals führte, nämlich dass Musik zum friedlichen Miteinander führen soll!!!!

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