Für das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung erklärt Wolfgang Czapracki- Mohnhaupt zur Bürgerversammlung für die Umleitung der Opeltrasse: »Das hatte das Grünflächenamt als Veranstalter wohl nicht erwartet: Der Austausch in der Bürgerversammlung am 24.03.2025 zu der bis zum Brückenschlag über die A448 geplanten Umleitung der Opeltrasse brachte in erster Linie dem Fachamt selbst neue Erkenntnisse!
Wohl unter dem Eindruck der Bürgerversammlung zur Julius-Philipp-Trasse im Januar 2025 war diesmal ein externer Moderator mit der Leitung beauftragt. Informiert wurde u.a. über die konkrete Ausführung der geplanten Umleitung zwischen Markstraße und A448-Böschung. Hier soll der bestehende 2,50 breite Weg durch den Wald von der Markstraße gegenüber dem JUMA wasserdurchlässig verfestigt werden. Am Ende des Waldweges soll entlang der Feuchtwiese bis zur A448-Böschung ein 3,00 Meter breiter Weg erhöht auf ein Schotterbett gelegt werden.
Der Austausch mit den Erschienenen brachte dann aber insbesondere für das Grünflächenamt neue Erkenntnisse. Am Ende standen nach Vorschlägen aus dem Plenum nicht weniger als sechs Alternativrouten, teilweise nördlich der A448 verlaufend im Raum. Diese zeichnen sich durchweg durch einen natur- und umweltschonenden, nahezu vollständig über vorhandene Wege und Straßen führenden Verlauf aus. Wieder einmal ist eindrucksvoll deutlich geworden, dass in der Zivilgesellschaft großes Know-how für Stadtentwicklungsmaßnahmen vorhanden ist. Dieses wartet nur darauf, in frühzeitigen, niedrigschwelligen, gut moderierten Workshops abgerufen zu werden.
Und Workshops zu Radwegemaßnahmen werden in Bochum schon länger gefordert. Bereits in der Bürgerbeteiligung zum „Radverkehrskonzept Bochum“ (RVK) (hier) war mehrheitlich der Wunsch geäußert worden, bei der Umsetzung von Radverkehrs-Maßnahmen die Bochumer Bevölkerung in erster Linie in Form von Workshops in den Quartieren zu beteiligen (RVK, S.43). Und was macht die Verwaltung? Sie wollte nicht einmal informieren. Sie musste erst durch die Bezirksvertretung Süd hierzu aufgefordert werden. Nach der Bürgerversammlung ist nun eher die Frage, wer denn nun wen informiert hat und wer einen Workshop dringender nötig hat.
Wie geht’s aber nun mit der Umleitung der Opeltrasse weiter? Der Moderator wird ein Protokoll erstellen. Das Grünflächenamt will sich dann ausschließlich intern mit den darin festgehaltenen Alternativen befassen. Eine Veröffentlichung ist ebenso wenig vorgesehen, wie ein gemeinsamer Workshop mit denjenigen, die in der Bürgerversammlung die Verwaltung erst auf die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort und auf alternative Umleitungsvarianten hingewiesen haben.
Kann sich eine Verwaltung heute noch leisten, auf das Sach- und Fachwissen in der Zivilgesellschaft zu verzichten? Kann sich die Politik wenige Monate vor der Kommunalwahl leisten, die Verwaltung einfach so weitermachen zu lassen?«
Selbstorganisierte Räte oder meinetwegen „Workshops“ in den Vierteln und Nachbarschaften, um zu beraten, wie (nicht: ob) man das Straßenbild für alle Verkehrsarten sicherer macht: Gerne. Von der Verwaltung einberufene Nörgelveranstaltungen für den Erhalt von Parkplätzen: Nein danke.