Sonntag 16.03.25, 12:05 Uhr

Gibt es ein sicheres Herkunftsland für Flinta*?


Im Rahmen der feministischen Aktionswochen lädt die Seebrücke Bochum am Sonntag, den 22. März um 18 Uhr gemeinsam mit dem Fachschaftsrat Sozialwissenschaften zu einer Podiumsdiskussion ins Blue Square ein. Vor dem Hintergrund der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) wird die Situation von Flinta* auf der Flucht thematisiert. Es diskutieren Andrea Kothen (Pro Asyl, Schwerpunkt Frauen und Istanbul Konvention), Rebecca Gotthilf (Rosa Luxemburg Stiftung, Schwerpunkt Migration, Antirassismus sowie (Queer-)Feminismus) und politische Aktivistinnen der Seebrücke Bochum. Moderation: Fachschaftsrat Sozialwissenschaft. Als Rahmenprogramm wird eine Ausstellung der Bochumer Fotojournalistin Judith Büthe gezeigt.

»Die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems – Gibt es ein sicheres Herkunftsland für Flinta*? – Podiumsdiskussion

22.03. // 18:00 Uhr // Blue Square: Kortumstraße 90, 44787 Bochum

Eine Veranstaltung der Seebrücke Bochum und des Fachschaftsrat Sozialwissenschaft

Die „Reform“ des europäischen Asylsystems (GEAS) verschlechtert die Menschenrechtssituation an den EU-Außengrenzen. Dies trifft besonders ohnehin vulnerable Personengruppen wie Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderungen und queere Menschen. Die Fluchtgründe von Frauen, Mädchen, Lesben, Inter- und Transpersonen sind vielfältig. Neben den häufig genannten Fluchtgründen wie Krieg, politischer, ethnischer oder religiöser Verfolgung, Klimawandel und Verelendung werden geschlechtsspezifische Gründe kaum erwähnt. Drohende Femizide, Genitalverstümmelung, Witwenverbrennung, Zwangsverheiratung auch bereits im Kindesalter, Vielehe, sexualisierte Gewalt und Verfolgung durch die sexuelle oder geschlechtliche Orientierung treffen hauptsächlich Frauen und queere Menschen und finden deshalb kaum Gehör.

Das Bündnis Istanbul Konvention bestehend aus 20 Menschenrechtsorganisationen lehnt die GEAS-Reform aufgrund des fehlenden Gewaltschutzes von vulnerablen Gruppen in den Grenzverfahren ab.

Kritisiert wird auch, dass das Konzept der sicheren Drittstaaten individuelle Flucht- und Asylgründe insbesondere von FLINTA nicht berücksichtigt und hierüber das Asylrecht weiter ausgehebelt wird.

In Anbetracht fehlender Umsetzung von Gewaltschutzkonzepten für FLINTA in vielen Staaten stellt sich zudem die Frage, ob es für Frauen, Mädchen und queere Menschen überhaupt ein sicheres Herkunftsland gibt.

Dies wollen wir gemeinsam mit Euch und diversen Akteurinnen diskutieren.«