Der Salon Sinn & Wahn lädt am Mittwoch, den 23. Oktober um 19 Uhr zum gemeinsamen Diskutieren ins botopia.raum9, Griesenbruchstr.9 ein: »Der Arbeiter produziert Waren. Wer aber produziert den Arbeiter? Die Antwort liegt auf der Hand: die Arbeiterin. Der Kapitalismus greift unmittelbar auch in unser Privatleben ein. Er bestimmt, wie wir unsere Beziehungen führen und wie Ausbeutung funktioniert. Sexismus und Rassismus sind dabei keine Nebenschauplätze, sondern sind wichtiger Teil der Strukturen von Macht und Dominanz, die den Kapitalismus möglich machen. Kann die Care-Revolution zur Überwindung des Kapitalismus beitragen oder wird sie einen Beitrag zur Modernisierung des Kapitalismus leisten? »Seine Offenheit und auch die unscharfen Bestimmungen von AkteurInnen und möglichen Interessengegensätzen machen ihn zu einem Containerbegriff, der unterschiedlich, auch neoliberal gefüllt werden kann.« schreibt Pia Garske 2014 in einem Beitrag der Analyse und Kritik.
Die Debatte um Care hat jedoch auch das Potenzial, neben Fragen ökonomischer und geschlechterpolitischer Gerechtigkeit auch Konzepte von Machtpolitik, Empowerment und Selbstbestimmung zu verhandeln. Der Zusammenhang zwischen Pflege, Staatlichkeit und globaler Ökonomie kann hier verdeutlicht werden. In ihr könnten Utopien und andere Vorstellungen von Sorge um andere und sich selbst formuliert werden, die jenseits traditioneller Konzepte von Familie, neoliberaler Selbstoptimierung, kommerzialisierten Dienstleistungen und rassifizierter sowie vergeschlechtlichter Rollenverteilungen liegen.
Wie es gelingen kann, vor diesem Hintergrund die eigenen politischen Zielsetzungen zu formulieren und unsere Handlungsspielräume abzustecken, wollen wir an diesem Abend diskutieren.«