BürgerInteressenGemeinschaft Pressemitteilung "...er fiel im frühen Morgenrot..." Am vergangenen Samstagmorgen (08.10.05) war es so weit. Pünktlich um 7 Uhr rückte ein Entwaldungskommando der Firma Ribbrock aus Waltrop an, um dem Grün auf dem Parkplatzgelände der Bundesknappschaft an der Pieperstraße den Garaus zu machen. Zwei große LKW mitsamt Hängern, ein Bagger und ein gutes Dutzend mit Kreissägen bewaffneter "Fußsoldaten" waren angetreten, um dass Ehrenfeld in ein Schlachtfeld zu verwandeln - in ein Schlachtfeld der Motorsägen. 19 von 24 alten Bäumen und zahlreiche Sträucher sollten auf Anordnung der Knappschaftsdirektion vom Erdboden vertilgt werden damit Platz für neue Parkflächen frei wird. Zu einer Zeit, zu der viele Arbeitnehmer ihre Wecker ausgestellt haben, heulten die Motorsägen auf. Einige Anwohner kommentierten das frühmorgendliche Gemetzel mit verständnislosem Kopfschütteln. Manch einer fühlte sich an einen sentimentalen Schlager aus den 60er Jahren und dessen schlichten Reim erinnert: "Mein Freund der Baum ist tot/Er fiel im frühen Morgenrot." Und wie im melancholischen Liedchen der Sängerin Alexandra war man wieder einmal "zu spät" gekommen. Das Ehrenfeld lag bereits im scharfen Dunst der Abgase zahlreicher Zweitaktmotorsägen, die sich fröhlich an jahrzehntealten Platanen und Ahornen vergingen. Unzählige Anwohner-Appelle an Knappschaft und Ratspolitik blieben im Vorfeld ungehört. Und am Samstag den 8. Oktober gegen 17 Uhr war die "Schlacht" geschlagen. Anwohnerinteressen und ökologische Vernunft unterlagen einmal mehr privatwirtschaftlicher Borniertheit, während Ratspolitiker vorzugsweise für Bewohnerparkplätze statt für Bäume kämpfen. Ironischerweise parken auf diesen bitter bezahlten Bewohnerparkplätzen (für die Knappschaft waren sie der Anlaß zum Parkplatzumbau) seit Montagmorgen keine Bewohner-, sondern die wegen der Baumaßnahme vorübergehend ausgesperrten PKWs der Knappschaftsmitarbeiter. Stattverwaltung bitte melden! Für die Anwohner geht es nach diesem "Schreck in der Morgenstunde" in Zukunft nur noch darum, den Schaden in Grenzen zu halten und darauf zu achten, dass bei den jetzt zu erwartenden umfangreichen Baumaßnahmen mit den übrig gebliebenen 5 Bäumen rücksichtsvoller umgegangen wird. Schonende Verfahren beim Umbau sollen verhindern, dass die Bauarbeiten das Wurzelwerk derjenigen Bäume beschädigen, die das frühmorgendliche Gemetzel am vergangenen Samstag überlebt haben. Das Bochumer Grünflächenamt hat garantiert, die bevorstehenden Baumaßnahmen zu beobachten und dafür zu sorgen, dass man nach dem zu erwartenden Umbau nicht wieder einmal "zu spät" gekommen ist im Ehrenfeld. Alle Anwohner sind aufgefordert, die Bauarbeiten wachsam zu beobachten und sich nötigenfalls mit dem Leiter des Grünflächenamtes der Stadt Bochum, Herrn Großmann (Tel. 0234/910-3460), in Verbindung zu setzten, falls die Baumaßnahmen das Überleben der restlichen alten Bäume gefährden. Für die BürgerInteressenGemeinschaft
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