Aufruf zur Teilnahme an der Kranzniederlegung und Kundgebung an den Gräbern ermordeter Bochumer Antifaschisten
Es vergeht kein Tag, an dem Neofaschisten nicht mit Brandstiftungen, Grabschändungen, Gewalttaten oder Totschlag ihre Gesinnung demonstrieren. Wenn sie irgendwo das Faustrecht des Mobs, der Springerstiefel und der Bomberjacken aufgerichtet haben, dann nennen sie das allen Ernstes "national befreite Zonen". Ihre Symbole sind die Reichskriegsflagge und das Hakenkreuz, mit dem sie zahllose Wände beschmieren, Zeichen, unter denen die größten Verbrechen des 20. Jahrhunderts begangen wurden.
Doch hinter den Schlägern stehen die Schreibtischtäter und Stichwortgeber, die sich selbst die Hände nicht schmutzig machen. Die Benennung der offenkundigen Rassisten und Totschläger kratzt nur die Oberfläche der gewalttätigen Vorgänge; die regierungsverantwortliche Mittäterschaft für diese Zustände wird oft nicht zur Kenntnis genommen oder verharmlost.
Die alljährliche Kundgebung zum Gedenken an die Widerstandskämpfer, die in Bochum für ihren Kampf gegen das terroristische System der deutschen Faschisten gefoltert und ermordet wurden, ist ein Aufruf wider das Vergessen und eine Demonstration gegen die anhaltende Verharmlosung neofaschistischer Parolen und Gewaltakte und scheinheilige Betroffenheitskundgebungen, die eine rassistische, national-völkische Politikpraxis begleiten.
Wann: Sonntag, den 19.11. 2000, 11.00 Uhr
Wo: Friedhof Freigrafendamm, Treffpunkt Haupteingang
Es spricht: Pfarrer em. Ulrich Kosfeld
Veranstalter: VVN-BdA (Vereinigung
der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten) Bochum
V.i.S.d.P. Klaus Kunold, Graffring 39, 44795 Bochum